Sommertour Dr. Marcus Faber, die zweite Woche

Vom Plenarsaal direkt in den Sommerurlaub? Nicht für den Bundestagsabgeordneten der FDP, Dr. Marcus Faber! „Jetzt nutze ich die Zeit, auf Sommertour zu gehen und mit Bürgerinnen und Bürgern vor Ort ins Gespräch zu kommen. Meine Reise geht durch ganz Sachsen-Anhalt und durch meinen Wahlkreis, die Altmark“, so Faber. (Quelle: https://www.facebook.com/faber.marcus)

29.Juli Salzwedel: Ein Bildungsträger der sich weiterentwickelt, sich modernisiert. Die Berufslandschaft hat sich gewandelt, also muss sich auch das Angebot für Umschulungen etc. ändern. Hier hat der Bildungsverbund auf den Markt reagiert und bietet ganz neu die Umschulung zum Kaufmann / zur Kauffrau im E-Commerce an. Die Digitalisierung in der Wirtschaft schreitet voran und da ist es mehr als zukunftsorientiert, es ist die Übernahme von Verantwortung, den Nachwuchs entsprechend zu schulen und berufstätige Menschen für die neuen Anforderungen des Arbeitsmarktes entsprechend fit zu machen. Digitalisierung heißt an der Stelle nicht nur Breitbandausbau oder die Ausstattung von Schulen mit moderner Technik. Digitalisierung heißt im Zusammenhang mit Bildung eben auch, für neue Tätigkeitsfelder, Arbeitsprozesse und Geschäftsmodelle fit und marktfähig zu sein. Darum kümmert sich der Bildungsverbund unter anderem mit diesem Umschulungsangebot. Was ihnen hier in Salzwedel auch sehr wichtig ist, berichtet mir die Geschäftsführerin Gabriele Hauptstein, ist die Praxisorientierung. Pflege kann man nicht online lernen, genauso wenig wie Floristin oder Friseur. Theorie und Praxis ausgewogen halten und: künftig auch noch die Eltern ins Boot holen, was das Thema Ausbildung angeht, das sind die Ziele vom Bildungsverbund. Wir brauchen solche engagierten Menschen und Institutionen, denn sie sorgen dafür, dass die Menschen in der Region bleiben, dass der ländliche Raum zukunftsfähig ist, wieder an Qualität gewinnt und das langfristig!

30.Juli Osterburg: Heute war ich zu Gast bei der MPA Pharma GmbH. Hier werden Re- und Parallelimporte von EU-Arzneimitteln in einer Manufaktur von 400 Beschäftigten umverpackt. Für den Qualitätsbereich konnte der Geschäftsführende Gesellschafter, Herr Oltersdorf sogar Fachkräfte zurück in die Heimat nach Osterburg holen. Schön zu sehen, wie sich ein echter Hamburger für die Altmark stark macht.

31.Juli: Am bisher heißesten Tag des Jahres geht es nach Arneburg. Heute darf ich die Produktionskette quasi vom Baum zum Blatt Papier verfolgen und besuche dafür zwei benachbarte Firmen. Zuerst bin ich bei Mercer, einen der modernsten und größten Zellstoffproduzenten am Markt und auch für die Altmark eine der wichtigsten und größten Industrieansiedlungen! Hier sind 439 Menschen beschäftigt, 29 davon sind Azubis. Es gibt auch eigene Forschung und Entwicklung, Projekte zum Umweltschutz und eine Menge Pläne für die Zukunft. Nach dem Besuch bei Mercer ging es quasi nur einmal über die Strasse zu Sofidel, einem italienischen Unternehmen, wo ich den Zellstoff wiedersehe, der bei Mercer vom Band lief. Hier bei Sofidel wird aus Zellstoff oder aus „Altstoff“ vom Taschentuch bis zur Küchenrolle alles produziert. Wunsch von beiden Firmen an die Politik: Baut endlich die A14 fertig! Hier kann ich mich nur anschließen..

01.August: Heute war ich im Krankenhaus. Nicht als Patient, sondern als Gast von Herrn Caesar, dem Geschäftsführer des Johanniter Krankenhaus Stendal . Das Krankenhaus ist mit ca. 1.000 Beschäftigten größter Arbeitgeber der Altmark. Großes Bedauern gibt es hier darüber, dass die aktuelle #Gesundheitspolitik nicht auf die Bedürfnisse des ländlichen Raumes ausgerichtet ist. Perspektivisch werden so die Wege für Patienten immer länger. Apropos länger: Auch die Anerkennung der Qualifikation ausländischer Ärzte, dauert in Sachsen-Anhalt länger als in anderen Bundesländern. Das muss nicht sein. Auch hier gilt: Bürokratieabbau! Stolz ist das Krankenhaus allerdings über den Neubau auf dem Gelände. 2019 ist die Fertigstellung angepeilt und dann sind alle Stationen auf dem neuesten Stand in Ausstattung und Technik.

02.August: Im Gespräch mit Herrn Banse vom Verband deutscher Privatschulen wird wieder einmal deutlich: Die Arbeitsmarktproblematik hat wirtschaftliche Auswirkungen. Es muss zukünftig viel zielgerichteter, effizienter aus- und weitergebildet werden. So, wie die Berufslandschaft sich ändert, müssen auch die angebotenen Maßnahmen eine Reform erfahren. Außerdem ging es um das Thema Pflegeausbildung, das Bildungswesen allgemein, den vorherrschenden Lehrermangel.. viele Themen, bei denen wir genauer hinschauen werden und zu denen die FDP schon etliche Anträge auf den Weg gebracht hat. Zu Gast waren wir in der Bilingualen Grundschule in Stendal, bei dem Ur-Altmärker Herrn Zimmer Senior, der vier Unternehmen in der Region gegründet hat und bei seinem jüngsten Sohn, Herr Zimmer Junior. Er ist Geschäftsführer der privaten Grundschule hier in Stendal.

Am letzten Tag meiner Sommertour war ich im Merseburger Innovations- und Technologiezentrum (MITZ). Seit mittlerweile 27 Jahren gibt es hier quasi den Rundum-Service für Unternehmensgründungen. Auch beim Beantragen von Projektgeldern sind sie hier verlässlicher Partner. Vorzeige-Projekt ist „enficos“, mit dem sie bereits vor 10 Jahren das Mitteldeutsche Netzwerk Rapid Prototyping etabliert haben, was dann 2014 in das Mitteldeutsche Forum für 3D-Druck überführt wurde: #innovationnation made in Merseburg! Schade ist, wenn man dann hört, wie auch hier so manches Projekt an bürokratischen Hürden scheitert, weil Förderinstitutionen zu unflexibel und langsam handeln. So kommt es, dass Projekte und damit auch Ideengeber, GründerInnen, in andere Bundesländer gehen, wo Förderanträge schneller bearbeitet werden. Das MITZ entwickelt sich ständig weiter: Co-Workings, Mind Mappings, Think Tanks – neue Formate der Zusammenarbeit stehen im Vordergrund. Das zeigt sich auch hier im MITZ, wo die Unternehmensgründer wie in einer großen „WG“ funktionieren, es zeigt sich in mehr Teamgründungen als noch vor einigen Jahren und in Mentoring mit gestandenen Unternehmen.Gesundheit, Bildung, Datenschutz: das sind neue Themen die sich in Unternehmensgründungen im Bereich „Social Entrepreneurship“ wiederfinden und die neben den technischen Innovationen ein zusätzlicher Schwerpunkt werden.Spannend war es auch beim vorerst letzten Termin der Sommertour, im PAZ, dem Fraunhofer Pilotanlagenzentrum für Polymersynthese und -Verarbeitung. Schon seit 10 Jahren wird hier Forschung und Entwicklung im Bereich der Polymerforschung betreiben. Prof. Bartke und Herr Vater stellen uns das Zentrum vor, führen uns durch die überwältigenden Anlagen, die das Herz eines jeden Verfahrenstechnikers höher schlagen lassen und beschreiben uns den Mehrwert für große Unternehmen die hier quasi im Kleinen das forschen und testen lassen, was bei Marktreife in die Produktion gehen kann. Der Industrieanteil an Projekten ist hier traditionell sehr hoch und mittlerweile sind die Kunden nicht mehr nur regional und national, sondern auch international geworden.